Von den Alpen an die Adria: Vom Socatal zur Adria

Teil 2: Meerweh & Parenzana-Romantik: Von den Alpen nach Istrien

Bovec – Nova Gorica: Hitzeschlacht entlang der Bimobis-Radroute

Wir machen uns früh auf den Weg, denn die Temperaturen steigen unaufhaltsam und vor uns liegen gut 80 Kilometer. Nach einem schnellen Stopp bei der örtlichen Bäckerei geht es los. Die ersten 16 Kilometer rollen wir noch auf der Hauptstraße, vorbei an zahlreichen Vans mit Kajaks und Raftingbooten auf dem Dach. Kein Wunder, denn das Sočatal gilt als eines der attraktivsten Kajak- und Raftingreviere Europas. Dann zweigen wir auf die Bimobis-Radroute ab, die dem Lauf der Soča weiter gen Süden folgt.

Beginn der Bimobis Radroute durch das Socatal

Obwohl wir uns flussabwärts bewegen, summieren sich die Anstiege auf fast 900 Höhenmeter. Ein ständiges, kräftezehrendes Auf und Ab! Bei mittlerweile 34 Grad nutzen wir jede Gelegenheit, um unsere Wasservorräte aufzufüllen.

Kommt wie gerufen: Ein Container an der Strecke mit kalten Getränken, die es gegen eine freiwillige Spende gibt. Das Kleingeld wirft man einfach in den Schlitz. Sowas nennt man Service!!!

Die Landschaft entschädigt jedoch für jede Anstrengung: Nach jeder Kuppe öffnet sich der Blick erneut auf die Soča, die mal in leuchtendem Türkis, mal in Smaragdgrün im Tal schimmert.

Schließlich erreichen wir unser Quartier in Nova Gorica, wo uns die Gastgeber bereits mit kühlen Getränken erwarten. Eine faszinierende Grenzstadt: Übernachtet wird auf der slowenischen Seite, zum Abendessen spazieren wir einfach rüber nach Italien!

Abendstimmung bei Nova Gorica.

Nova Gorica – Triest: Grenzerfahrungen und das erste Mal Meeresblick

Es fällt fast ein wenig schwer, die gemütliche Unterkunft zu verlassen, aber die Aussicht auf das Meer zieht uns magisch an. Wir radeln von Nova Gorica hinüber ins italienische Gorizia. Auf dem weiteren Weg überqueren wir mehrfach unbemerkt die Staatsgrenze – nur die Sprache auf den Ortsschildern verrät noch, wo wir uns gerade befinden. Ein als Denkmal erhaltener Wachturm erinnert daran, dass diese Freiheit im Europa von heute keine Selbstverständlichkeit ist.

Einst Wachturm und heute Denkmal an der slowenisch-italienischen Grenze. Wir wechseln so oft zwischen beiden Ländern, dass wir manchmal gar nicht wissen, in welchem Land wir uns befinden. Alles unproblematisch, EU sei Dank!

Ein langer, moderater Anstieg führt uns in Serpentinen den Berg hinauf. Wo im Vorjahr leider ein Waldbrand wütete, eröffnet sich für uns heute eine gewaltige Fernsicht: Das Tal des Isonzo (wie die Soča auf Italienisch heißt) breitet sich weit vor uns aus, und im Hintergrund zeichnen sich noch die Gipfel der Julischen Alpen ab.

Es folgt ein heftiger Abschnitt über eine Schotterpiste mit groben Steinen, die Mensch und Material fordert. Doch die Mühe lohnt sich: Nach einer letzten Abfahrt liegt sie plötzlich vor uns – die blaue Adria!

Wenn nach mehreren Tagen Fahr durch das Landesinnere plötzlich die Küste vor einem auftaucht, ist das immer ein Erlebniss.

Auf der Küstenstraße rollen wir die letzten Kilometer nach Triest und springen kurz vor der Ankunft erst einmal samt Radbekleidung ins erfrischende Wasser.

Triest – Piran: Badespaß und Hitzerekorde an der slowenischen Adria

Der Weg aus Triest heraus bringt uns überraschend ins Schwitzen, nicht nur weil wir uns in die Berge verfahren haben, sondern auch wegen der drückenden Hitze. Bereits nach einer Stunde zeigt das Thermometer 36 Grad im Schatten. Immerhin erreichen wir bald die Parenzana, eine ehemaligen Eisenbahnstrecke, die zu einem fantastischen Radweg umgebaut wurde.

Völlig erschöpft erreichen wir am Nachmittag Piran an der slowenischen Küste – ein malerisches Städtchen, das zu Recht als eine der Perlen des Landes gilt. Hier legen wir einen wohlverdienten Ruhetag ein, genießen die Zeit am Strand und planen die Route für die verbleibende Woche.

Piran – Umag: Auf der Parenzana bis nach Kroatien

Frisch erholt geht es weiter in Richtung Kroatien. Wir folgen weiter der Parenzana, in Richtung Kroatien. Eigentlich sind es auf direktem Weg weniger als 20 Kilometer aber die Küstenlandschaft ist so schön, dass wir jeden Winkel mitnehmen. Dennoch ergeben sich immer wieder Gelegenheiten für entspannte Badepausen.

Die erste Badepause nehmen wir schon nach einer halben Stunde Fahrt.

Der Weg ist extrem abwechslungsreich: Asphaltierte Abschnitte entlang der Küste wechseln sich ab mit Wegen durch Salinen und schattigen Abschnitten durch den Wald.

Ein lockerer Tag! Nach nur 40 Kilometern überqueren wir die Grenze nach Istrien und erreichen kurz darauf unser Tagesziel Umag – „Mission accomplished“, wir haben Kroatien erreicht!

Umag – Triest: Drei Länder an einem Tag und Kühle im Eisenbahntunnel

Die Rückfahrt von Umag gen Norden führt uns erneut über die Parenzana durch Kroatien, Slowenien und Italien – drei Länder an einem einzigen Tag! Wir wählen eine etwas direktere Route von gut 60 Kilometern.

Die Tunnel bringen bei fast 40° willkommene Abkühlung

Ein absolutes Highlight sind die bis zu 550 Meter langen Tunneldurchfahrten der alten Bahnlinie, in denen die Temperatur schlagartig um gefühlte 15 Grad sinkt.

Fast ist es geschafft. Triest ist im Hintergrund schon in Sicht.

Am Abend erreichen wir wieder das lebendige Triest, wo wir uns auf die italienische Küche freuen.

Wie es weitergeht, erfahrt ihr hier:


Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert