Teil 4: Slowenisches Finale:
Märchenseen und Wolkenbruch in der Hauptstadt
Tarvisio – Bled: Die schönste Etappe der gesamten Tour
Auch wenn die Reise noch nicht ganz vorbei ist, legen wir uns fest: Das war die schönste Etappe unserer gesamten Tour! Wir rollen gemütlich aus Tarvisio heraus und biegen an der bekannten Radwegkreuzung rechts Richtung Slowenien ab.

Nach der Grenze geht es fast 20 Kilometer lang sanft bergab durch eine tiefgrüne, üppige Landschaft, die von den bleichen Kalkalpen flankiert wird – ein absoluter Fahrflow!



Hinter Kranjska Gora verlassen wir den Radweg und folgen einer einsamen Landstraße durch den Triglav-Nationalpark. Auf drei Kilometern wird es noch einmal richtig knackig, doch danach geht es fast nur noch bergab.
Wir radeln vorbei an grünen Wiesen und dem kristallklaren Fluss Radovna, an dessen einsamem Ufer wir eine Rast einlegen.



Schließlich erreichen wir den traumhaften Bleder See. In der Hauptsaison ist es hier zwar unheimlich voll, aber der märchenhafte Blick entschädigt für alles.



Da unsere Ferienwohnung am Berg keine Fahrradunterbringung hat, tragen wir unsere Räder mitsamt Gepäck drei Stockwerke hoch in den Flur – und genießen den fantastischen Blick vom Balkon über den See.



Bled – Ljubljana: Das Ziel ist das Ziel und ein nasses Finish
Bei Radtouren ist ja eigentlich der Weg das Ziel – heute galt für uns allerdings: Nur das Ziel zählt. Da nach den Unwettern der Nacht ab der Mittagszeit neue Starkregenbänder angekündigt sind, brechen wir um 9:00 Uhr ohne Frühstück auf, um möglichst viele Kilometer im Trockenen zu schaffen. Die 60 Kilometer lange Etappe verläuft viel auf vielbefahrenen Straßen, die Landschaft verliert ihren Reiz und an den Steigungen ohne Radweg hängen uns die Lkw im Nacken.
Wir verzichten auf Pausen und Fotostopps, um dem Regen zu entkommen. Doch es nützt nichts: Exakt an der Stadtgrenze von Ljubljana bricht ein Wolkenbruch über uns herein. Binnen Minuten sind wir klatschnass. Da die Wetter-App eine Unwetterwarnung für die nächsten 24 Stunden anzeigt, heißt es „Augen zu und durch“. Wie die begossenen Pudel erreichen wir mittags unser kleines Apartment und flüchten direkt unter die heiße Dusche.


Wir verbringen 2 Tage in dieser aufregenden, grünen und lebendigen Studentenstadt Ljubljana, bevor wir zum Abschluss unserer Tour den Zug zurück nach Villach nehmen.



Von dort radeln wir weiter nach Velden am Wörthersee und lassen mit ein paar Badetagen und Tagestouren unsere wunderbare Reise ausklingen.




Fazit unserer 4-Länder-Runde
Diese Reise gehört zweifellos zu den schönsten, die wir je gemacht haben. Die landschaftliche Abwechslung aus Bergen, glasklaren Flüssen wie der Soča und dem Meer auf so engem Raum ist einfach grandios. Die fahrradfreundliche Infrastruktur mit den vielen asphaltierten Bahntrassen und Tunneln macht das Biken zum puren Genuss. Slowenien war für uns Neuland und hat uns komplett begeistert – auch wenn die traditionelle Küche sehr fleischlastig ist (die nächste Pizzeria rettet aber immer).

Unser Tipp: Fahrt die Runde lieber nicht im August! Temperaturen bis zu 40 Grad und die extremen Touristenmassen in den Ferien-Hotspots machen manch geplanten Ruhetag eher zum Rummeltag. Dennoch: Wir würden die Tour jederzeit wieder genau so fahren!
Am Ende steht eine rundum positive Bilanz, auch wenn die Heimfahrt letztlich das eigentliche Abenteuer unserer Tour war. Aber das ist eine andere Geschichte…


Schreibe einen Kommentar